Fotogalerie St. Magnus 2020

Neujahrsempfang Fischbach 2020

 

Liebe Damen und Herren, ich freue mich, dass die Fischbacher Runde jedes Jahr Wert darauf legt, dass Pfarrerin Gertrud Hornung oder ich abwechslungsweise einen geistlichen Impuls beim Neujahrsempfang geben dürfen. Dies ist für mich bei Menschen, die den See und die Berge lieben eine besondere Freude.

Damit teilen sie mindestens 2 oder sogar 3 Dinge, die zu den Prioritäten Jesu gehört haben: Seine Lieblingsorte: den Seeund denBerg, zur Sammlung, Stille und Gebet und die Liebeaus der er gelebt und gehandelt hat. Am See und auf dem Berg ist Jesus Gott näher gekommen, da hat er gespürt, dass er ihm nahe ist, dass seine Liebe ihm auch in schweren Situationen Kraft gibt, durchzuhalten und die Gottesliebe und die Nächstenliebe zu lehren und selbst zu leben.

 

Sein Startpunkt für sein nachhaltiges öffentliches Wirken war seine Taufe im Jordan durch seinen Großcousin Johannes den Täufer. Die Taufe Jesu, die wir an diesem Sonntag feiern, verbindet uns Getaufte noch enger mit ihm. Durch die Taufe haben wir die Befähigung, uns für Gottes Nähe zu öffnen. 

Vielleicht haben wir dadurch auch die Aufgabe, Dinge zu benennen, die uns Hoffnung machen und uns Zuversicht schenken. Das will ich heute im Besonderen tun.

 

Ich will diese Seite nicht verdrängen, sondern für alle Opfer und Geschädigten und deren Angehörige einen Moment des Gebetes schenken und darum bitten, dass alle in der Macht der Menschen stehende Möglichkeiten ergriffen werden, um Menschen und Tiere zu retten und in Not geratene menschenwürdig zu unterstützen.

 

Den anderen ein gutes neues Jahr zu wünschen ist ein guter Brauch und im religiösen Sinn sogar ein Segen: Das neue Jahr wird herzlich willkommen geheißen und unter Gottes Segen gestellt und damit menschenfreundlich gestaltet. Diesen Dienst haben in diesem Jahr wieder 33 Kinder und Jugendliche persönlich in unserer Kirchengemeinde St. Magnus übernommen und den Segen aus der Heiligen Nacht in die Wohnungen und Häuser gebracht, einsame Menschen erfreut und mit den eingesammelten Gaben anderen Kindern in der Not geholfen. 

 

Über 11.000 Euro sind dank ihrer Großzügigkeit für die Kinder im Libanon zusammengekommen. Die Kinder und Jugendlichen waren dafür rund insgesamt 550 Stunden unterwegs. Danke an sie, die Betreuerinnen und Betreuer und ihnen allen, die sie sie herzlich empfangen haben!

 

Das ist ein wichtiger Punkt der Hoffnung und Zuversicht, der aus dem Segen für das neue Jahr schon Gestalt geworden ist und reiche Frucht getragen hat.

 

Der Prophet Jesaja formuliert seinen Glauben in seinem 12. Kapitel so: 

„Ja, Gott ist meine Rettung; ihm will ich vertrauen und niemals verzagen.

Denn meine Stärke und mein Lied ist der Herr,

er ist für mich zum Retter geworden.

Ihr werdet Wasser schöpfen voll Freude

Aus den Quellen des Heils….

Preist den Herrn; denn herrliche Taten hat er vollbracht;

Auf der ganzen Erde soll man es wissen.“

Jesus hat sich in seinem ganzen Leben und Wirken dafür eingesetzt, dass Gott ein Retter ist, das bedeutet schon sein Name und war damit sein erster Auftrag.

 

Wer schon selber einmal erlebt hat, dass er aus einer schwierigen Situation überraschend gut herausgekommen ist, der sagt meistens: „Da habe ich wohl mehrere Schutzengel gehabt!“ Das kann ich von meiner Situation am Gründonnerstag vergangenen Jahres auch sagen und ich kann auch die Schutzengel, die bestimmt nicht zufällig zur Stelle waren alle mit bürgerlichem Namen benennen, was ich aus Datenschutzgründen aber natürlich nicht öffentlich mache. Ich kann nur sagen: auf dem Weg zum Krankenhaus Friedrichshafen, im Krankenhaus und im Herzkathederlabor, auf der Intensivstation und auf der Normalstation habe ich jenen Schutzengel persönlich begegnen dürfen, ebenso noch einmal während meiner Rehazeit auf der Mettnau, das stimmt mich doch sehr hoffnungsfroh und dankbar.

 

„…er ist für mich zum Retter geworden…. „ Dieser Satz aus Jesaja macht da umso nachdenklicher. 

 

Ich bin zuversichtlich, wenn ich sehe das Not und Hilfe in Friedrichhafen und Umgebung für die Leserinnen und Leser der regionalen Zeitung ein festes Thema sind:

 

Seit Jahren schon ist die Aktion Häfler helfen vielen Menschen durch die Zusammenarbeit der Diözese, der Gesamtkirchengemeinde, der Diakonie und der Zeitung zu einer rettenden Institution geworden. Menschen werden angehört und tatkräftig unterstützt. Was mich sehr beeindruckt ist die Aktion „ Helfen schenkt Freude“: Unsere regionale Zeitung nutzt ihre große Leserschar wieder für ein positives Thema: In Zusammenarbeit mit dem Caritasdiözesanverband und einem christlichen Bauunternehmer vor Ort ist es möglich konkrete wirksame Hilfe zu leisten: Mit dem Fußballplatz, den Gewächshäusern und den Schulbussen wird Sinn vermittelt und werden Chancen eröffnet, die zu leben helfen und Hoffnung in der trostlosen Situation geben.

 

„…er ist für mich zum Retter geworden…. „

 

Ein Thema ist bei uns die Wohnungsnot. Oberbürgermeister Brand hat einen persönlichen Brief veröffentlicht, indem er dafür wirbt, dass leerstehende Zimmer und Wohnungen zur Vermietung freigegeben werden und hat sogar Prämien dafür ausgelobt. Ich möchte mich für das Caritaswohnungsprojekt an diesen Aufruf anschließen, kann aber leider nur eine professionelle Vermittlung von Wohnraumsuchende und eine für den Vermieter risikolose Begleitung durch die Caritas versprechen und als Prämie eine bargeldlose herzliche Dankbarkeit und gewinnbringende menschliche Begegnung in Aussicht stellen. Außerdem stehen weiterhin die Paten unseres ökumenischen Asylkreises zur Unterstützung bereit.

 

Mich macht hoffnungsvoll und zuversichtlich, dass wir die Fischbacher Runde für eine gute Kommunikationskultur haben- innerhalb der Vereine, Schule, Kirchen, Hilfsorganisationen in Fischbach haben in Zusammenspiel mit der Stadtverwaltung.

 

Weiterhin es in dieser Zeit sehr bemerkenswert, dass Menschen ehrenamtlich auch in der Kommunalpolitik ihre Überzeugungen einbringen und für das Zusammenleben in der Stadt ihren Beitrag leisten, dafür gehört immer mehr Mut und Überzeugung.

 

Ebenso ist es in den kirchlichen Gremien nicht mehr so selbstverständlich genügend Kandidaten/innen für die Kirchengemeinderatswahlen zu gewinnen. 

 

Bei der Wahl der evangelischen Gremien ist man dankbar, gute neue Räte zu haben und auf katholischer Seite sind wir Gott sei Dank auch auf einem guten Weg bis zur Wahl am 20. März. Ich bin sehr froh an den Frauen und Männern, die trotz schlechter Außendarstellung besonders unserer katholischen Kirche, ihren Glauben als Grundlage nehmen und sagen, dass es sich vor Ort lohnt, mit der frohen Botschaft in einer Gemeinschaft von Glaubenden sich im Sinne Jesu für das Heil der Menschen einzustehen und sich zu engagieren.

 

Noch ein hoffnungsvoller Punkt sei genannt, dann ist die heilige Zahl 7 erreicht:

 

Schülerinnen und Schüler sind für den Erhalt der Schöpfung auf die Straße gegangen. Sie haben auf ihre Zukunft aufmerksam gemacht, für die wir alle jetzt schon mit unserem Lebensstil und unseren Entscheidungen verantwortlich sind, das war stark, friedlich und sehr einprägsam. Hoffen wir und beten wir dafür, dass dieser starke Impuls einiges an segensreichen Entscheidungen für die Zukunft freisetzt.

 

„…er ist für mich zum Retter geworden…. „

 

Eine wichtige Erkenntnis unseres Wandlungsprozesses in unserer Seelsorgeeinheit war die Forderung nach mehr spirituellen Angeboten für die Menschen vor Ort. Es gibt schon über ein spirituelles Team der Gesamtkirchengemeinde und durch unseren Pastoralausschuss der Seelsorgeeinheit solche neuen Angebote, die weiter entwickelt werden. Die Outdoor-Gottesdienste am See und auf dem Berg sollen weitergeführt werden. 

 

Unsere regelmäßigen Gottesdienste sollen die Gemeinschaft der Menschen vor Ort stärken und die Verbindung im Glauben wachsen lassen.

 

Dazu brauchen wir die Dienstleistung unseres Glockenturmes. Das Glockengeläut ruft die Gemeinde zur Versammlung und erinnert beim dreimaligen Gebetsläuten am Tag an die Heilsgeschichte und lädt zum Mitbeten ein.

 

Für die nötige Renovation der Beton- und Glockengewerke steht die finanzielle Bezuschussung durch Diözese und Gesamtkirchengemeinde in dankenswerter Weise schon, der Spendenbeitrag vor Ort ist auch schon angewachsen, kann aber noch einen weiteren großzügigen Impuls vertragen, dann können wir im Frühjahr mit den Arbeiten beginnen. Ein spirituelles Werkzeug ist auch unsere Orgel. Hier müssen wir mittel- bis langfristig denken und planen und werden zu diesem Zweck einen Orgelförderverein noch in diesem Monat gründen und freuen uns über interessierte und unterstützende Vereinsmitglieder.

 

Liebe Damen und Herren, wir können nicht alles machen, aber wir können auf unsere inneren Impulse hören und einen Anfang mit Gleichgesinnten setzen, in der Hoffnung, dass mit Gottes Hilfe etwas wächst und lebt, was den Menschen zum Heil wird und sie aus ihren existentiellen Nöten rettet. 

 

Denn wir glauben:„…er ist für mich zum Retter geworden „

 

Wenn wir Hoffnung und Zuversicht in unserem Herzen tragen, dann kann dies Vieles zum Guten wenden. Trauen wir unseren Impulsen, sprechen wir vertrauensvoll miteinander darüber und setzen wir einen Anfang in Zuversicht!

 

Ihnen allen und Ihren Menschen, die Ihnen am Herzen liegen wünsche ich

ein gutes und gesegnetes Neues Jahr!

 

Pfarrer Michael Benner

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