Vom Wachsen und Werden

In einem Register der Diözese Konstanz aus dem Jahr 1324 ist von einem Pfarrsprengel Schnetzenhausen die Rede. Vermutlich stammt schon aus dieser Zeit der heute noch erhaltene frühmittelalterliche Kirchturm.

Die Kirche, ein rechteckiges Langhaus mit dreiseitigem Chor, umgeben von einem ummauerten Friedhof, weist auf ein hohes Alter hin. Der frühmittelalterliche Turm stammt vom ersten Bau. Ein spätgotischer Neubau der Kirche wird auf 1492/94 datiert. Dazu zählt die heutige äußere Turmgestaltung und der dreiseitig schließende, eingezogene Chor mit spätgotischem Wandtabernakel in der linken Chorwand. Vom Dreißigjährigen Krieg blieb auch Schnetzenhausen nicht verschont. 1633 wurde die Kirche bei einem Überfall stark beschädigt. Erst im Jahre 1754 hatte man das Geld, um die Kirche im barocken Stil neu zu erstellen. Später wurden der Hochaltar und die Seitenaltäre aufgestellt die aus der ehemaligen Wallfahrtskirche Allerheiligen (Gehrenberg) stammen. Zwei zugehörige Rokoko-Reliquiare befinden sich noch heute rechts und links vom Kreuz im Chorraum.

Nach dem deutsch/französischen Krieg wurde 1871 neben der Friedhofsmauer eine Friedenslinde gepflanzt - inzwischen ein Naturdenkmal - sowie aus Dankbarkeit auf der Friedhofsmauer eine Muttergottesstatue aufgestellt. 

In den Jahren 1878 bis 1884 wurde die Kirche weitstgehend im neuromanischen Stil ausgestattet und renoviert. Aus dieser Zeit stammen auch die Figuren der beiden Kirchenpatrone Peter und Paul, rechts und links im Chor. 1930 wurde von den Gebrüdern Späth eine neue Orgel eingebaut. Bei dem schweren  Luftangriff am 03.08.1944 wurde die Kirche stark beschädigt. Erst 1951/52 konnten neue Fenster eingesetzt und die Schäden an der Chordecke beseitigt werden.

Im Jahre 1954 wurden drei neue Glocken geweiht. Dies war infolge beider Weltkriege die vierte Glockenweihe innerhalb von 40 Jahren. Die größte Glocke in “gis” wiegt 600 kg und trägt die Namen der Kirchenpatrone St. Peter und Paul. Die mittlere in “h” hat ein Gewicht von 325 kg und ist der Jungfrau Maria geweiht. Die kleinste Glocke in “cis” wiegt 230 kg und läutet zu Ehren des heiligen Josef.

Pfarrer Franz Behrens setzte von 1957 bis 1959 die totale Renovierung der Pfarrkirche durch. Der Hochaltar, der Beichtstuhl im Chor, die Kommunionbank, das Gestühl und die Emporenbrüstung wurden durch eine barockisierende Neuausstattung ersetzt. Die Innenrestauration der Kirche, sowie die Außenrenovation und Erweiterung des Kirchenschiffes nach Westen, wurden durch Architekt Carl Frohn durchgeführt. Außerdem wurden die farblich gefassten Heiligenstatuen Georg und Papst Clemens Leo, die wertvolle holzgeschnitzte Mutter Gottes und im Chor die Kirchenpatrone Peter und Paul restauriert. Aus dieser Zeit stammt auch die Sonnenuhr von A. Vollmar aus Leutkirch.

1997 war erneut eine Innen- und Außenrenovation notwendig. Am 11.10.1997 konnte die Kirchengemeinde mit Pfarrer Josef Miller ihr 150jähriges Bestehen als selbständige Gemeinde feiern.

Am 01.07.2001 wurde die neue Orgel, aus der Orgelbauwerkstatt Hermann Weber, im Rahmen eines Festgottesdienstes eingeweiht.

Um den gottesdienstlichen Forderungen gerecht zu werden, erfolgte unter Pfarrer Dieter Kramer im Juni 2005 eine Umgestaltung des Altarraumes. Durch die Entfernung des Beichtstuhls und der Kommunionbank im Chorraum konnte mehr Raum geschaffen werden. Der Zelebrationsaltar, Mittelpunkt der Gottesdienstfeiern, der Ambo, Ort der Verkündigung des Wortes Gottes und die Osterkerze konnten ins Blickfeld der Gläubigen gerückt werden. Im Rahmen der Feierlichkeiten zum Patrozinium wurde der neue Altarraum in einem feierlichen Gottesdienst am 03.07.2005  gesegnet.

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