Wissenswertes

Schnetzenhausen hat eine wechselvolle Geschichte.

Der Ort "Snezzinhusin" wird bereits 809 urkundlich erwähnt. Zu dieser Zeit gab es bereits einen Bischofssitz in Konstanz. In einem Register der Diözese Konstanz aus dem Jahr 1324 ist von einem Pfarrsprengel Schnetzenhausen die Rede. Vermutlich stammt schon aus dieser Zeit der heute noch erhaltene frühmittelalterliche Kirchturm.

1353 wird Schnetzenhausen als eine von mehreren Filialen der großen Urpfarrei Oberteuringen genannt. Neben der 1364 beurkundeten Kirchenpflege und einer Meßstiftung (zum evtl. Unterhalt eines eigenen Geistlichen) besaß Schnetzenhausen schon damals alle Merkmale einer Pfarrei: Eine Kirche mit Tabernakel und Taufstein, einen eigenen Friedhof und einen festen Pfarrsprengel. Diesem gehörten zunächst an: Fischbach östlich der Ach (Brunnisach), Spaltenstein, Efrizweiler und Oberraderach. Wohlbegründete Bestrebungen zur Verselbstständigung haben sich aber immer wieder zerschlagen.

Die erste urkundlich erwähnte Erneuerung unserer Pfarrkirche geht auf die Jahre 1492/94 zurück

Bei einer Pfarrvisitation in Oberteuringen durch den Konstanzer Generalvikar Wessenberg im Jahre 1803 störte sich dieser an der mangelhaften pastoralen Betreuung Schnetzenhausens und Bavendorfs und verlangte, daß an jedem Sonntag wenigstens an dem einen Ort Predigt, an dem anderen Ort Christenlehre gehalten werden sollte. Pfarrer Fehr von Oberteuringen schlug daraufhin vor, in Schnetzenhausen eine im Pfarrverband Oberteuringen verbleibende Seelsorgestelle (Kuratie) einzurichten. Voraussetzung hierfür wäre aber der Bau eines Pfarrhauses in Schnetzenhausen gewesen. Die Bevölkerung von Schnetzenhausen hatte ihre Mitwirkung hierzu durch Holzlieferungen und Frondienste zugesagt und eine ungenannte Person aus Buchhorn wollte einen Beitrag von 1000 Gulden leisten. Das Ordinariat Konstanz erachtete aber die Mittel für zu gering. So verschleppte sich die Angelegenheit bis zum Jahre 1821. Dem Dekanat und dem Kirchenrat riß dann offensichtlich die Geduld. So wurde der Filialsprengel Schnetzenhausen kurzerhand von Oberteuringen losgelöst. Die Seelenzahl betrug zum damaligen Zeitpunkt 295.

Nach der Loslösung von Oberteuringen im Jahre 1821 wurde Schnetzenhausen, Oberraderach und Kappelhof der Pfarrei Berg zugeteilt. Riedern, Spaltenstein und Neuhäuser gelangten zur Pfarrei Fischbach. Diese Aufteilung bewährte sich nicht. 1828 erfolgte deshalb eine Umpfarrung von Schnetzenhausen nach Jettenhausen. 1830 kam Neuhäuser hinzu. Doch auch diese Konstellation blieb nicht von langer Dauer. Das badische Oberraderach mußte 1837 an die badische Pfarrei Bergheim abgegeben werden.

Am 28. September 1847 wurde die bischöfliche Ernennungsurkunde ausgestellt und am 11. Oktober 1847 wurde die Trennung  Schnetzenhausens vom Pfarrverband mit Jettenhausen durch den damaligen Dekan Schneider von Tetttnang feierlich vollzogen und Schnetzenhausen zur selbständigen Pfarrei erhoben und erklärt. Zum Pfarrverweser wurde der bisher in Wangen im Allgäu tätige Vikarius Augustin Link bestimmt, bis durch höchste Entschließung Seiner Majestät des Königs Wilhelm I von Württemberg vom 8. Dezember 1847 der Pfarrverweser Johann Baptist Musch in Wildpoltsweiler zum ersten Pfarrer in Schnetzenhausen ernannt wurde. Seitens der Diözese Rottenburg erfolgte die Ernennung durch Bischof Dr. Joseph von Lipp. Über die feierliche Einsetzung des ersten Pfarrers in sein Amt berichtet die Pfarrchronik wörtlich:

"Die feierliche Einsetzung in sein Amt geschah am 17. Februar 1848 durch den damaligen Dekan und Stadtpfarrer Martin Schneider von Tettnang in Anwesenheit vieler Geistlicher aus der Nachbarschaft vor der ganzen versammelten Gemeinde in der Pfarrkirche. Das Mittagsmahl war im Wirtshause zu Unterraderach, da der damalige Besitzer der Tavernenwirtschaft Johannes Evangelist Schraff in Schnetzenhausen, weil er Schultheiß (der Gemeinde Berg mit Schnetzenhausen) war, nach dem Gesetz die Wirtschaftsgerechtigkeit nicht ausüben durfte. Bei dem Mahle, an welchem außer den Herren Geistlichen sämtliche Bürger der Pfarrgemeinde teilnahmen, herrschte gesellige Heiterkeit und Freude, bis der Abend zur Heimkehr mahnte."

Die neue Pfarrei St. Peter und Paul zählte damals mit Neuhäuser und Rupberg 37 Familien mit 183 Einwohnern. Pfarrer Johann Baptist Musch blieb bis 1859 in Schnetzenhausen und wechselte dann zur Pfarrei Primisweiler.

Nach einer wechselvollen Geschichte verabschiedet sich 1976 der letzte nur für die Pfarrei zuständige Pfarrer Franz Behrens in den Ruhestand.

Danach übernahm Geistlicher Rat Pfarrer Karl Heda als Pfarrverweser Schnetzenhausen zusammen mit der Krankenhausseelsorge bis er sich mit 77 Jahren nach 10- jährigem Wirken in St. Peter und Paul 1986 in seinen Altersruhesitz nach Langenargen zurückzog.

Seither teilt sich Schnetzenhausen den Pfarrer mit Fischbach.

 

1986 - 1988    Pfarrer Hans Mikusch

1988 - 2001    Pfarrer Josef Miller

2001 - 2015    Pfarrer Dieter Kramer

ab 2016           Pfarrer Michael Benner

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