Kirchenjahr

Streifzug durch das Kirchenjahr in St. Magnus

 

Bunt und vielfältig ist das Kirchenjahr in St. Magnus – so wie die Menschen und Gruppen, die sich hier regelmäßig versammeln, ihren Glauben feiern und das Leben in all seinen Facetten teilen.

 

Gleich zu Beginn, am ersten Advent, findet samstags seit vielen Jahren der Adventsmarkt statt. Viele Frauen und Männer beginnen dafür bereits Wochen und Monate zuvor mit Basteln und Handwerken um  gefällige und  variantenreiche Advents- und Weihnachtsdekorationen herzustellen. In knapp 30 Jahren konnten durch den Erlös so  zahlreiche gemeinnützige Projekte in der Einen Welt unterstützt werden. Auch die Ministranten beteiligen sich, indem sie Besucherinnen und Besucher bei Kuchen und Getränken zum Verweilen einladen.

 

Sich Zeit nehmen und zur Ruhe kommen einerseits und erwartungsfreudig auf die Geburt Jesu hin die Tage gestalten, so könnte die Adventszeit in St. Magnus überschrieben werden.

Besondere Momente  sind dabei die stimmungsvollen Rorate-Gottesdienste. Dienstags um 6 Uhr in der Früh ist die Gemeinde nach St. Vitus eingeladen, um den Tag gemeinsam zu beginnen  und sich an ausgewählter musikalischer Gestaltung zu erfreuen. Ab und an gibt es im Anschluss im Gemeindesaal ein Frühstück. Auch die Vorabendgottesdienste in St. Magnus sind im Advent als Rorate-Feiern gestaltet.

Eine schöne ökumenisch gestaltete Reihe ist der lebendige Adventskalender, zu dem seit einigen Jahren an nahezu jedem Abend ein Fenster geöffnet wird und so ein gemeinsamer Spannungsbogen auf Weihnachten hin entsteht.

Konzerte und das ökumenische Taizé-Gebet laden an den Adventssonntagen am frühen Abend zur Besinnung ein.

Auch das Adventssingen der Kolpingsfamilie, bei dem ältere und kranke Menschen der Gemeinde besucht werden, ist schöne Tradition.

Nicht vergessen werden darf die lebendige Krippe, die – von Magnuser Tüftlern gebaut – alljährlich in der Stadt auf dem Weihnachtsmarkt einen ganz besonderen Akzent setzt.

Liebevoll vorbereitet und gestaltet ist die Krippenfeier für die Kleinsten der Gemeinde am späten Nachmittag des Heiligen Abend. Die Christmette und die Gottesdienste an den Weihnachtstagen, von Kirchenchor und Musikkapelle mitgestaltet, vermitteln sowohl liturgisch als auch musikalisch die Freude über die Geburt des Herrn.

Vom Alten Jahr verabschiedet sich die Gemeinde ebenfalls im Gottesdienst – im zweijährlichen Wechsel auch ökumenisch gestaltet: Altes und Vergangenes Revue passieren lassen, es dankbar in Gottes Hand zurücklegen und sich dadurch für Neues öffnen.

 

Das Neue Jahr beginnt mit einem Paukenschlag: um die 40 Kinder und Jugendliche werden stets am 1. Januar im Festgottesdienst als Sternsinger ausgesandt, um Gottes Segen in die Häuser und zu den Menschen zu bringen. Täglich bis zum Dreikönigstag sind sie vor- und nachmittags bei Wind und Wetter unterwegs und sammeln für die Aktion Dreikönigssingen, die weltweit Projekte unterstützt, um die Lebensbedingungen für Kinder und Jugendliche zu verbessern. Wenn die Sternsinger im Gottesdienst am 6. Januar ihre Kronen, Weihrauch und Kreide an der Krippe niederlegen, dann haben sie etliche Kilometer hinter sich, haben alle Straßen im Ort abgeklappert und jedes Haus besucht. Damit aber nicht genug: Gewänder und Utensilien müssen gereinigt, ausgebessert, gelegentlich auch neu gefertigt werden und schließlich wird alles wieder gut verpackt. Auch dafür steht ein ehrenamtliches Team, das sich zudem lange vor der eigentlichen Aktion auch schon um die Planung, die Organisation, die inhaltliche Einstimmung der Kinder, das Erlernen neuer Lieder etc. und nicht zuletzt das Dankeschön-Essen kümmert.

 

Auch das Mitarbeiterfest findet seit vielen Jahren gleich im Januar statt. Ehrenamtliches Engagement ist nicht selbstverständlich – um das in Erinnerung zu rufen und ein herzliches Vergelt`s Gott auch all denen zu sagen, die oft ganz im Verborgenen tätig sind, lädt die Gemeinde zu Gottesdienst und anschließendem Begegnungsabend in den Magnussaal.

 

Der ökumenische Bibelsonntag im Rahmen der Bibelwoche Ende Januar legt den Fokus auf die Heilige Schrift und die ökumenische Begegnung.

 

Legendär ist die Magnuser Fasnet für Klein und Groß, Jung und Alt mit phantasievollen Beiträgen aus den Gruppen und gelegentlich kabarettistischer „Aufarbeitung“ des Gemeindelebens. Der Besuch der lokalen Maskengruppen und der Schalmeien darf dabei natürlich nicht fehlen.

 

Mit dem Aschermittwochsgottesdienst beginnt die Fastenzeit, in der seit einiger Zeit wieder verstärkt vielfältige Formen der Bibelarbeit angeboten werden. Auch der Kirchengemeinderat nutzt die Zeit – seit einigen Jahren gemeinsam mit dem KGR aus Schnetzenhausen – um beim Klausurwochenende aufzutanken, sich auf das Wesentliche zu besinnen, und Sorge und Not, Freude und Hoffnung der Gemeinde intensiv in den Blick zu nehmen.

 

Ein fester Termin im Kalender ist der Weltgebetstag Anfang März. In guter ökumenischer Tradition bereiten Frauen der evangelischen und der katholischen Kirchengemeinde die gemeinsame Feier  vor und nehmen dabei jeweils das Land in den Blick, aus dem die liturgischen Vorlagen stammen. Beim gemeinsamen Abendessen mit entsprechenden landestypischen Speisen und Getränken und guten Gesprächen klingt der Abend aus. Der Kirchenraum der evangelischen Gemeinde bietet sowohl für Liturgie als auch Agape seit etlichen Jahren einen ansprechenden und in der doch kalten Jahreszeit auch warmen Rahmen dafür.

 

Der Palmsonntag markiert den Beginn der Kar- und Ostertage. Bereits in der Woche zuvor sind Kinder und Jugendliche gezielt eingeladen, um in den Räumen unter der Kirche kleine und große Hauspalmen zu gestalten. Mit diesen ziehen sie dann am Palmsonntag nach der Palmweihe in die Kirche ein und füllen den gesamten Chorraum mit Farbe und Freude. Traditionell gibt es im Anschluss ein leckeres aber einfaches Mittagessen im Gemeindesaal.

An Gründonnerstag wird es dann ruhig in der Kirche. Das Kreuz ist längst verhüllt, mit dem Abendmahlsgottesdienst schweigen dann auch Orgel und Glocken. Die stillen Tage, die vielleicht dichtesten im Kirchenjahr, beginnen. Karfreitag ist geprägt von Kreuzwegandacht, Kinderkreuzweg  und Karfreitagsliturgie – manchem mag jetzt erst der wertvolle Dienst der Organisten in den Sinn kommen, jetzt, wenn die Orgel nicht gespielt wird.

Die Osternachtsfeier beginnt im Freien. Wenn das Licht des Tages langsam schwindet, lodern die Flammen des Osterfeuers. Hölzerne Grabkreuze nähren das Feuer – im Tod ist Leben. Die entzündete Osterkerze bringt einen ersten Lichtfunken in die nachtdunkle Kirche – von diesem Funken breitet sich unter Mithilfe der Ministrantinnen und Ministranten das Licht aus und erhellt und erwärmt den Raum. Die Feier der Auferstehung, der Sieg des Lebens über den Tod, geht nach dem Gottesdienst weiter im Gemeindehaus, wo bis weit über Mitternacht hinaus bei einem Glas Wein und Weißbrot Begegnung gepflegt wird. Manch einem mag darüber gar die Zeit bis zum Hochamt am Ostermorgen kurz werden.

 

Zum Weißen Sonntag, eine Woche später, versammeln sich die Erstkommunionkinder erstmals um den Tisch des Herrn – viele Wochen und Monate haben sie sich in kleinen Gruppen mit Ihren Gruppenmüttern (und  eher selten auch Gruppenvätern) darauf vorbereitet. Die Musikkapelle holt die Kinder am Gemeindehaus ab und geleitet sie musikalisch in einer kleinen Prozession zur Kirche. Und wie gespannt und voller Vorfreude stehen sie dann im Kreis um den Altar – endlich dürfen sie auch dabei sein.

 

Zur Kapelle nach Riedern mit der Toni Schneider-Manzell zugeschriebenen Madonna pilgert die Gemeinde am ersten Maisonntag am frühen Abend. Einige Jahre schon wird die Maiandacht dort gemeinsam in der Seelsorgeeinheit gefeiert, die beiden Kirchenchöre und wechselseitig die Musikkapellen aus Fischbach bzw. Schnetzenhausen gestalten die Feier mit. Auf dem Hof der Familie Schraff trifft sich die Gemeinde im Anschluss bei Dinnete und Most.  Weitere Maiandachten prägen den Monat, vorbereitet und gestaltet von verschiedenen Gruppen aus der Gemeinde.

 

Der Frauennachtbazar im Mai in den Räumen unter der Kirche hat inzwischen ebenfalls eine jahrelange Tradition. Viele Hände helfen, damit in netter Atmosphäre gut erhaltene Kleider und modische Accessoires die Besitzerinnen wechseln. Der Erlös kommt auch hier jeweils gemeinnützigen Zwecken zugute.

 

Beim Bittgottesdienst in St. Vitus am Dienstagabend vor Christi Himmelfahrt werden Wiesen und Felder, Wasser und Wälder, kurz die Schöpfung und unser Umgang mit ihr besonders in den Blick genommen. Eingeladen ist hier explizit auch die Gemeinde St. Peter und Paul, so wie im Gegenzug die Magnuser Gemeinde natürlich immer auch zur Öschprozession in Schnetzenhausen mit den 4 Stationen an der Windhager Kapelle und an 3 Wegkreuzen eingeladen ist, die im Anschluss an den Himmelfahrtsgottesdienst stattfindet.

 

Der Pfingstgottesdienst ist sozusagen das Geburtstagsfest der Kirche, der Pfingstmontag hingegen wird „im Grünen“ gefeiert – seit vielen Jahren in guter ökumenischer Zusammenarbeit beim Wasserhochbehälter in Raderach. Zum anschließenden geselligen Verweilen „bei Wurst und Wecken“ laden sowohl der schöne Ort als auch die gute Gemeinschaft ein.

 

„Auf zum Fildenplatz“ heißt es zu Fronleichnam. In aufwendiger Kleinarbeit gestalten fleißige Hände wunderschöne, aussagekräftige Blumenteppiche, mit denen die Altäre im Pavillon am Fildenplatz und an der Fischbacher Schule geschmückt werden. Frühmorgens werden zudem wunderschöne filigrane Ornamente aus Blüten, Farnen und Buchszweigen gelegt, die den Prozessionsweg zieren.

 

Angeführt von der Musikkapelle, gefolgt von den Erstkommunionkindern und einer großen Schar an Ministranten zieht die Gemeinde singend und betend mit dem Allerheiligsten vom Fildenplatz durch die Fischbacher Straßen zum Schulhaus. Nach der Statio dort geht es weiter zur Magnuskirche, wo der Gottesdienst im feierlichen Segen seinen Abschluss findet. Auf dem Kirchplatz schließt sich das Gemeindefest an, mit Frühschoppenkonzert der Musikkapelle, dem beliebten Schätzquiz, gutem Essen und feinen Kuchen.

 

Und wenn das Wetter einmal nicht mitmacht, dann bietet das im Jahr 2013 aufwendig renovierte und behindertengerecht umgebaute Gemeindezentrum den nötigen ansprechenden (trockenen) Raum.

(Bild Umbau)

Die Jugenddisco von Magnuser Ministranten und Tannenhag-Schülern hat mit Unterstützung des Sozialausschusses inzwischen schon zum dritten Mal in der „Oase“ stattgefunden. Bei Spiel, Spaß, Tanz, kleinen Snacks und alkoholfreien Drinks ist Inklusion kein Fremdwort mehr, sondern lang gelebte Realität.

 

Kurz vor den Sommerferien sorgt die Magnuser Ministrantenschar für einen weiteren Höhepunkt im Gemeindeleben: nach mehreren Wochen Vorbereitung seit der Erstkommunion werden die neuen Ministrantinnen und Ministranten aufgenommen. Auch wenn „die Großen“ Jahr für Jahr herauswachsen, so engagieren sich doch seit vielen Jahren im Schnitt über 70 Kinder und Jugendliche im Ministrantendienst. Wie farblos wären vermutlich unsere Gottesdienste gerade an den Hochfesten, hätten wir unsere „Minis“ nicht.

 

Zum Kräuterstraußbinden auf Mariä Himmelfahrt hin treffen sich Frauen seit vielen Jahren im Hof bei Familie Scheffer. Die begehrten Sträußchen werden im Gottesdienst geweiht und gegen eine kleine Spende gern auch abgegeben.

 

Nach den Sommerferien beginnt im inzwischen zweijährlichen Rhythmus die intensive Phase der Firmvorbereitung. In kleinen Gruppen von ca. 8-10 Teilnehmenden setzen sich die Jugendlichen mit Fragen ihres Lebens und Glaubens auseinander, um dann im Gottesdienst bei der Firmspendung reflektiert und selbstbewusst ihr ganz persönliches Ja zu ihrem Glauben, zu Gott und zur Gemeinde sagen zu können.

 

Ebenfalls nach den Sommerferien findet das Vitusfest im Schatten der alten Pfarrkirche statt. Getragen von den Fischbacher Vereinen und den beiden Kirchengemeinden beginnt es traditionell mit einem ökumenischen Gottesdienst auf dem Kirchplatz, dem Dr.-Rueß-Platz.

 

Der Feier des Kirchenpatroziniums in St. Magnus in der ersten Septemberhälfte schließt sich ein gemeinsames Mittagessen im Magnussaal an.

 

Zu Erntedank verwandelt sich der Kirchenraum in ein Meer aus Farben, Formen und Düften. Neben den zahlreichen und vielfältigen Erntegaben werden seit vielen Jahren auch großflächige Bilder aus Körnern, Samen und Gewürzen von den Mesnerinnen und ihrem Team „gemalt“. Liebevoll und kreativ werden die Gaben dekoriert und laden dadurch unwillkürlich zum „Danke sagen“ ein. Wenn die Erntegaben eine Woche später gegen Spenden abgegeben werden, freuen sich auch hier gemeinnützige Projekte über einen stets reichen Erlös.

 

Ebenfalls zur Erntedankzeit werden seit drei Jahren die Erntehelferinnen und Erntehelfer ins Gemeindezentrum eingeladen.  Im Gottesdienst und dem sich anschließenden gemütlich-fröhlichen Abend bei gutem Essen, Singen und Gesprächen bedankt sich die Gemeinde bei den Landwirten und ihren zumeist osteuropäischen Helfern für deren Beitrag zur Erhaltung unseres Kulturraumes. Ein Abend, der sicher gerne Tradition werden darf.

 

Die Feste Allerheiligen und Allerseelen nehmen die Vergänglichkeit und unsere Verstorbenen in den Blick. Zur Andacht und zum Gräberbesuch an Allerheiligen treffen sich Angehörige auf dem Fischbacher Friedhof. Im Allerseelengottesdienst werden die verstorbenen Gemeindemitglieder des vergangenen Jahres in Erinnerung gerufen.

 

Der Streifzug durchs Kirchenjahr endet mit dem Christkönigssonntag, in unserer Diözese seit vielen Jahren auch als Jugendsonntag bekannt. Jugendliche, insbesondere die Ministranten, gestalten traditionell den Gemeindegottesdienst und hinterfragen dabei Althergebrachtes, teilen ihre Überlegungen, Fragen, Ängste, Hoffnungen und Freuden mit der ganzen Gemeinde.

 

Vielfältig sind die Ereignisse, Feiern und Aktionen übers Kirchenjahr hinweg. Zusätzlich gibt es viele Gruppen, die mit regelmäßigen Veranstaltungen, Beiträgen und Treffen das Gemeindeleben mitprägen.

Seien es Bibelkreis oder Gebetskreis, die sich regelmäßig zusammenfinden, Angebote für die älteren Gemeindemitglieder, wie die monatlichen Seniorennachmittage oder die wöchentliche Seniorengymnastik, das monatliche gemeinsame Basteln und Werken, die geselligen Ausflugsfahrten, die Treffen der Pflegenden Angehörigen mit Information, Austausch und Geselligkeit, die Besuchsdienste in den Alten- und Pflegeheimen, im Krankenhaus und zu den Geburtstagen, sei es der Kirchenchor, der wöchentlich probt und teils mit Orchesterbegleitung zur festlichen Gestaltung unserer Gottesdienste beträgt. Oder die Teams, die Kinderkirche und Familiengottesdienste vorbereiten, der Kindergarten St. Christophorus, der Prisma-Chor und die Band, die die Gottesdienste mit neuen geistlichen Liedern und fetzigen Rhythmen bereichern, die Kolpingfamilie, die wesentlich die Erwachsenenbildung in der Gemeinde trägt, die Ministranten, deren Engagement weit über den Altardienst hinausreicht und von Minitreff, Minihütte über Tanzgruppe bis zu monatlichen Aktionen wie Spieleland, Casinoabend oder auch Adventsfeier geht.

Sie alle machen das Leben in St. Magnus aus.                                                            

Allgemein Wissenswertes über das Katholische Kirchenjahr finden Sie unter:

www.katholisch.de/glaube/unser-kirchenjahr

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