1. Israel - Reisebericht

Wir freuen uns...

über die Bilder und informativen Texte von Reiner Kirsch.

Herzlichen Dank, lieber Herr Kirsch!

 

Und so kommen Sie zum Text:

Mit dem Handsymbol, im unteren Bereich, auf das gewünschte Foto zeigen und der Text sichtbar. Oder - mit einem Klick auf das Foto vergrößert sich dieses und auch der Text wird sichtbar.

 

Viel Spaß beim Entdecken!

2. Israel-Reisetagebuch

Wir freuen uns... 

über das Reisetagebuch mit Texten von Pfarrer Michael Benner

und Bilder von Renato Rizzo. Herzlichen Dank!

 

 

Reisetagebuch - Pilgerreise der SE Friedrichshafen West ins Heilige Land

11. Oktober - 19. Oktober 2017

Die Pilgergruppe unserer Seelsorgeeinheit umfasste 38 Teilnehmer. Die meisten von ihnen machten sich zum ersten Mal auf nach Israel und Palästina.

 

Mittwoch - 11. Oktober

Der Flug über Zürich verlief reibungslos und so wurden wir auf dem Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv herzlich von unserem Reiseleiter Amos und unserem Busfahrer Itzig empfangen. Mit dem Bus ging es in den Negev, die Wüstenerfahrung bei Arad sollte der Startpunkt sein, um ein Gefühl für diese Landschaft zu bekommen. An einem imposanten Aussichtspunkt konnten wir als Gemeinschaft diese Pilgerreise beginnen. Im Hotel wurden wir in die Essensgewohnheiten der Gegend eingeführt, da gab es viel zu entdecken und zu verschmecken.

Donnerstag - 12. 0ktober

Am anderen Morgen (Donnerstag) hatten wir Gelegenheit zu einer Statio in der Wüste: Jeder konnte sich einen Platz im Gelände suchen, in Stille verweilen, mit einem Stein in der Hand in Gedanken sammeln, was er oder sie loslassen wollte, um ganz offen für die Eindrücke der Reise, des Landes und der Worte der Bibel zu werden.  Der Stein wurde abgelegt und es ging weiter zur Festung Massada. Es war spannend, das abfallende Gelände zu erleben, das sich am Toten Meer bis zu 400 Meter unter dem Meeresspiegel befindet.

Über die Rampe der römischen Besatzer haben wir zu Fuß die Festung Massada erreicht und den verschiedenen Epochen mit ihren Bewohnern nachgespürt.

Mit der Seilbahn erreichten wir den Tiefpunkt und konnten beim Baden im Toten Meer die Tragkraft des Salzes im Wasser erleben.

Dann ging es hinauf nach Jerusalem: Über 1000 Höhenmeter mussten auf dieser Fahrt erklommen werden. Der erste Ausblick vom Skopusberg aus war schon überwältigend. Wir nahmen für 4 Tage Quartier im St. Charles Hospiz, das von Ordensschwestern der deutschen Borromäerinnen geführt wird. Schwester Valentina begrüßte uns sehr herzlich und die ganze Gruppe konnte sich in dieser Atmosphäre sehr wohl fühlen.

Freitag - 13. Oktober

Am Freitag ging es in die Altstadt von Jerusalem auf den Kreuzweg auf der Via Dolorosa. Bei der ersten Station, konnten wir von einer Schule aus den Überblick über den Tempelplatz gewinnen. Es war uns an einigen Stationen möglich, Momente der Besinnung zu haben, um uns in das Geheimnis des Leidens Jesu einlassen zu können. In der Grabeskirche war es möglich, auf dem Berg Golgotha, den Fels zu berühren und nahe an das Grab Jesu heranzukommen, an seinen Tod zu denken und für seine Auferstehung zu danken.

Am Nachmittag waren wir ohne Amos unterwegs nach Bethlehem. Nach dem Checkpoint und den Eindrücken der Mauer stieg die örtliche Reiseleiterin Chadra zu uns in den Bus und begleitete uns zum Caritas Baby Hospital. Dort wurden wir freundlich empfangen. Wir erlebten einen bewegenden Bericht über die Geschichte, Entwicklung und segensreiche Wirkung dieses Krankenhauses für die Kinder und Familien dieser Gegend. Uns wurde sogar der Ambulanzbereich und die Unterbringung der kranken Kinder gezeigt. Das Krankenhaus ist ganz stark auf Spenden angewiesen und auf das Interesse der Menschen besonders aus Europa. Gut, dass es diese Einrichtung gibt, jeder kann nach seinen Möglichkeiten einen Beitrag zur Unterstützung geben. 

Zum Essen waren wir im Privathaus der Familie von Chadra zu Gast und hatten die Möglichkeit, über die Situation der Palästinenser aus erster Hand zu hören.

 „Zu Bethlehem geboren“ konnten wir nicht direkt in der Geburtsgrotte beim berühmten Stern von Bethlehem singen, da der Andrang riesengroß war, aber direkt im Nebenraum bei den Franziskanern. Nach einer Besinnung von Pfarrer Benner hatte Chadra die Möglichkeit von ihrer persönlichen Situation zu sprechen, was sehr ergreifend war. Es gab noch die Möglichkeit, handgeschnitzte Olivenholz-Krippen und anderes im Fachgeschäft zu erwerben.

Nach dem Abendessen im deutschen Hospiz feierten wir in der Hauskapelle der Schwestern unsere erste Eucharistiefeier im Heiligen Land und verarbeiteten darin auch unsere Eindrücke des Tages mit der Geburt und Passion unseres Herrn Jesus Christus und den Kindern im Krankenhaus und der bedrängenden Lebenssituation der Menschen in Israel und Palästina.

Samstag - 14. Oktober

Am Samstag waren wir morgens schon zum Sabbatgottesdienst in der großen Synagoge von Jerusalem zu Gast, wo wir die beeindruckenden Gesänge, die Thoraprozession und das gemeinsame Beten bei den Männern und den Frauen erleben durften.

Danach waren wir unterwegs nach Caesarea, um die große römische Anlage am Mittelmeer zu betrachten. Die Grundmauern der Hafenanlagen, der Paläste, der Pferderennanlagen und des Amphitheaters waren beeindruckend. Anschließend hatten wir noch am Strand von  Tel Aviv die Möglichkeit, uns im Mittelmeer zu erfrischen, bevor es zur Besichtigung des modernen Baustils in der Heimatstadt unseres Reiseleiters Amos ging.

Abends veranstalteten die Schwestern mit ihren Volontären ein stimmungsvolles Barbecue im Klostergarten, das im Anschluss noch mit Liedern ausklang.

Sonntag - 15. Oktober

 

Sonntags ging es auf den Ölberg. Über den jüdischen Friedhof erreichten wir die Kirche Dominus flevit, die von Franziskanern betreut wird. Vor dort aus hat man einen sehr beeindruckenden Blick auf den Tempelberg mit dem Felsendom und der El Aqcsa Moschee, die Grabeskirche, die Erlöserkirche und die gesamte Altstadt. Dort feierten wir unseren Sonntagsgottesdienst. Anschließend erreichten wir zu Fuß den Garten Getsemani mit der Todesangstbasilika der Nationen. Auf den Spuren Jesu waren wir auch auf dem Weg durch das Kidrontal bis hoch zum Abendmahlsaal auf dem Zionsberg. Die Dormitiokirche der deutschen Benediktiner war zwischendurch ein willkommener Platz für eine Kaffeepause und eine Besinnungszeit bei der Gottesmutter Maria, die an diesem Platz entschlafen ist.

Danach gab es etwas Freizeit in der Altstadt beim Jaffator, bevor wir zur Holocaust Gedenkstätte Yad Vaschem aufgebrochen sind. Unglaublich viele Eindrücke gab es in diesem weitläufigen Areal aufzunehmen und dann auch zu bearbeiten, um das unglaubliche Leid des Holocaustes nur annähernd  erfassen zu können. Wir wollen unseren Beitrag dafür leisten, dass wir nicht mehr in so eine lebenszerstörende  Situation kommen müssen! Die Fahrt ging danach über das jüdisch-orthodoxe Stadtviertel zurück zum deutschen Hospiz.

Montag - 16. Oktober

Am Montag brachen wir mit Sack und Pack nach einer rührenden Verabschiedung durch die Schwestern und Volontäre des Hauses auf. Am Misttor gingen wir in die Stadt Richtung Tempelberg. Zügig kamen wir durch die Sicherheitsüberprüfungen hindurch, um auf den Tempelplatz zu gelangen. Es war möglich, die beiden Moscheen von außen zu betrachten. Auch hier konnte uns Amos viel zur Geschichte und Entwicklung vom großen Tempel bis zur heutigen Nutzung des Platzes durch die Muslime erklären. Danach konnten wir an der Klagemauer das jüdische Leben erfahren und selber bis zur Klagemauer vorgehen und dort auch beten.

Die Pause im österreichischen Hospiz kam danach sehr gelegen. Im Anschluss daran verließen wir die Stadt über das Damaskustor und konnten im großen Israelmuseum das Tempelmodell besichtigen und in den Schrein des Buches gelangen, um die Schriften aus Qumran zu bestaunen.

Der nächste beeindruckende Ort war die Taufstelle bei Jericho, in nächster Nachbarschaft zu Jordanien. In der Nähe des Berges der Versuchung und beim Baum des Zollpächters Zachäus konnten wir im Hotel Pause machen und uns ausruhen.

Dienstag - 17. Oktober

Am Dienstag fuhren wir zum Berg Tabor, um dort am Verklärungsort Jesu in der Basilika einen weiteren Gottesdienst zu feiern. Mose und Elija im Gespräch mit Jesus und die Jünger Petrus, Jakobus und Johannes waren mit dabei.

AT und NT berühren sich, die Verheißungen der alten Propheten werden wahr in Jesus Christus, in seiner Lebensgeschichte, in seiner Passion, im Tod und Auferstehen. Ein wirklich erhebender Ort und Wendepunkt der Geschichte.

Danach erreichten wir in Nazareth die Verkündigungsbasilika. Die moderne Architektur und die Kunstsammlung der Madonnen mit dem Kind aus aller Welt waren sehr beeindruckend. Das Angelusgebet und das gemeinsam gesungene Salve Regina waren hier am Platz.

Die Fahrt ging weiter nach Galiläa in unsere Unterkunft im Feriendorf Ein Gev, direkt am See Genesareth. Wunderbar war noch das Wasser zum Baden, bevor wir zum reichhaltigen Buffet beim Abendessen gingen. In der Abschlussrunde hinter unseren Wohnungen konnten wir noch die Gemeinschaft mit Gertrud und Walter genießen, die ihre Hochzeitsreise nachfeierten.

Mittwoch - 18. Oktober

Am Mittwoch ging es schon früh am Morgen raus zum See, um mit dem Boot eine längere Fahrt zu unternehmen. Mitten auf dem See stoppte das Boot seine Maschine und es wurde ganz still. Der Bericht vom Sturm auf dem See beeindruckte alle. Wir konnten nachfühlen, was es heißt, das Vertrauen zu lernen, dass der Glaube uns trägt, dass Gott mit uns ist.

Wir machten bei Kapharnaum fest und kamen in die Stadt Jesu. Auf dem Gelände der Franziskaner ist eine futuristische Kirche erlebbar, die über die Grundmauern des Petrushauses gebaut wurde und den Anschein erweckt, darüber zu schweben. In der direkten Nachbarschaft ist die Synagoge in Teilen wieder aufgerichtet. Mit dem Bus fuhren wir auf den Berg der Seligpreisungen, wo wir an einem wunderschönen Andachtsplatz mit herrlichem Blick auf den See die Seligpreisungen aus der Bergpredigt im Lied meditiert haben. Schon ging es mit dem Bus den Berg wieder hinunter nach Tabgha an den Ort der Brotvermehrungskirche.

Wir durften in Dalmanuta miteinander Gottesdienst feiern, direkt am See in idyllischer Stille. Hier war die Nähe Jesu besonders zu spüren und sein Evangelium von der Brotvermehrung wird immer mit diesem Eindruck verbunden bleiben.

Unser Besuch im Kibbuz Mahanayim war von Seiten unseres ZF Mitarbeiters Bernd Wachter schon lange vorbereitet. Wir wurden sehr freundlich empfangen und in den Speisesaal der kibbuzeigenen Behinderteneinrichtung geführt. Der Leiter des Kibbuz und die Leiterin der Behinderteneinrichtung begrüßten uns und stellten ihre Einrichtungen kurz vor. Danach waren wir zu einem leckeren Mittagsimbiss eingeladen. Bei einem Rundgang durch den Kibbuz erfuhren wir die ursprüngliche Ausrichtung und die jetzigen Veränderungen der Gemeinschaft und ihrer Einrichtungen. Wir kamen zum Kooperationspartner der ZF im Kibbuz, die für den gesamten Service der PKW-, LKW-, Bus- und Bootsgetriebe in Israel zuständig sind. Durch die gute Qualität und Zuverlässigkeit dieses Service- Partners, können viele Getriebe nach Israel verkauft werden und dort unter schwierigen Bedingungen auch eingesetzt und gewartet werden.

Auf den Golanhöhen erfuhren wir von Amos viel über die Grenzbeziehungen mit Syrien, besonders die Ereignisse um den 6 Tage Krieg 1967 waren an dieser Stelle zu hören, sehr dramatisch: Im Hintergrund waren Militärfahrzeuge an unserem Aussichtspunkt. Das UN Lager war sichtbar. Wir waren via Luftlinie ca. 60 km von Damaskus entfernt. In dieser Situation zu leben wollten wir uns nicht vorstellen - hier ist es Alltag.

Wir erreichten ziemlich ermüdet von den vielfältigen Eindrücken unser Feriendorf, konnten uns nochmal kurz im See erfrischen und dann ging es schon wieder mit dem Bus über Tiberias nach Magdala zum Petrusfischessen bei Ali. Zur großen Überraschung kam später noch Pfarrer Rudolf Hagmann dazu, der in diesen Tagen mit seiner Reisegruppe in Tiberias war. Nach dem guten Essen fuhren wir in der anderen Richtung an Tabgha vorbei um den See zurück nach Ein Gev und genossen noch den letzten Abend in unserer Unterkunft.

Donnerstag - 19. Oktober

Am Donnerstagmorgen gab es nochmal die Gelegenheit im See zu baden. Um 9.30 Uhr versammelten wir uns zum geistlichen Abschluss der Reise in der großen Runde.

Mit einem herzlichem Dank an Marion Keller und Andrea Wachter, die sehr viel zum Gelingen der Pilgerreise vorbereitet und begleitet haben, wurde dieser Teil von Pfarrer Michael Benner beendet. Für die Reisegruppe sprach Marion Keller noch ein herzliches Dankeschön an Pfarrer Michael Benner für die geistliche Begleitung der Reise aus.

Itzig und Amos warteten am Bus, so konnten wir in aller Ruhe Richtung Tel Aviv aufbrechen. Wir bedankten uns herzlich bei Amos für seine tolle tief- und hintergründige Reiseleitung, für sein enormes geschichtliches Wissen und seine Erfahrung, gespickt mit Humor und Anekdoten und sein menschliches Einfühlungsvermögen für die Gruppe. Das hat uns sehr gut getan!!! Großer Dank ging auch an Busfahrer Itzig, der immer souverän gefahren ist und hilfsbereit in allen Lagen war. Danke vielmals, TODA!

Die Formalitäten am Flughafen verliefen ohne Probleme, der Flug mit Swiss war präzise wie ein Schweizer Uhrwerk, der Schoki war lecker und so landeten wir pünktlich in Zürich und konnten mit dem Kretzer Bus die Heimatfahrt antreten.

Mit Ende des Liedes „Jerusalem leg dein Gewand der Trauer ab, Jerusalem, singe und tanze deinem Gott“ stoppte der Bus in Alt-Fischbach, um erste Reisende nach Hause zu entlassen. Kurz darauf endete die Fahrt bei unserer St. Magnus Kirche. Müde, erfüllt und dankbar gingen alle nach der Verabschiedung nach Hause.

„Nächstes Jahr in Jerusalem!“ Schalom!

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